Neuigkeiten der InoNet Computer GmbH

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Gleicher Input, höherer Output

Bei der Entwicklung maßgeschneiderter Industrie-PC-Systeme setzt der Taufkirchener Hersteller InoNet ab diesem Herbst auf die neue, achte Intel Core-Generation. Durch die aktuelle Prozessorgeneration lassen sich Systeme realisieren, die bei gleicher Leistungsaufnahme deutlich Performanter agieren, als Rechner mit vorangehenden Generationen.

Der Fortschritt in der Entwicklung industrieller Computersysteme basiert auf einer Vielzahl an variablen – neue LĂŒftungskonzepte ermöglichen den Einsatz unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen, die KapazitĂ€t und Schreibgeschwindigkeit von Arbeits- und Massenspeicher entwickelt sich stetig weiter, um den steigenden Datenmengen in IoT-Applikationen gewachsen zu bleiben. Auch im Bereich der eingesetzten CPUs wird mit jeder neuen Generation mehr Rechenleistung auf gleichem Raum realisiert.

Im Herbst gehen nun die ersten Full-Industrial Mainboards fĂŒr die achte Intel Core-Prozessorgeneration (Arbeitstitel Coffee Lake) an den Start und ermöglichen durch erweiterten Temperaturbereich, WiderstandsfĂ€higkeit gegen Vibrationen, erhöhte Ausfallsicherheit und gesicherte LangzeitverfĂŒgbarkeit den Einsatz der aktuellen Generation in industriellen PC-Systemen. Der IPC-Hersteller InoNet erweitert in diesem Zuge sein Portfolio an 19“ Rackmount-Systemen um die aktuelle Core i-Generation und realisiert auf diesem Weg Rechner mit höherer Performance bei gleicher Leistungsaufnahme und zuverlĂ€ssiger Industrietauglichkeit. Die 19 Zoll PCs von InoNet sind modular aufgebaut und können so ohne großen Aufwand auf kundenspezifische Anforderung hinsichtlich BelĂŒftung, Erweiterungsmöglichkeiten und Performance angepasst werden. Das 19“ 4HE System Mayflower-II, sowie das 19“ 2HE System Mayflower-ID von InoNet können sowohl mit den passenden Industrie-Mainboards als auch den leistungsstĂ€rksten Prozessoren der achten Generation von Intel ausgestattet werden und erfĂŒllen damit die Anforderungen von industriellen Anwendungen in rauen Umgebungen in Kombination mit höchster Performance.

Der neue Intel Core i7-8700 z. B. liefert durch insgesamt 6 Kerne und 12 Threads um bis zu 50% mehr Leistung als das VorgĂ€ngermodell Intel Core i7-7700 mit nur 4 Kernen und 8 Threads. Geeignete leistungshungrige Anwendungen können sich auf noch mehr Kerne verteilen und so ohne Leistungseinbußen noch schneller ausgefĂŒhrt werden. Die Basis-Taktfrequenz ist mit 3.20GHz leicht niedriger als beim VorgĂ€nger, was sich positiv in der Energiebilanz niederschlĂ€gt, jedoch kann bei anspruchsvollen Anwendungen eine Turbo-Taktfrequenz von bis zu 4.60GHz erreicht werden (ca. 10% höher als beim VorgĂ€ngermodell). Anwendung, welche nur auf einem Kern laufen, profitieren so ebenfalls von der höheren Turbo-Taktfrequenz. Ein Cache-Speicher von 12MB, ebenfalls um 50% grĂ¶ĂŸer als beim VorgĂ€ngermodell der Generation Kaby Lake, ermöglicht durch die grĂ¶ĂŸere KapazitĂ€t das schnellere und energieeffizientere AusfĂŒhren einer Vielzahl von oft genutzten Anwendungen. Auch die KompatibilitĂ€t fĂŒr Arbeitsspeichermodule mit höherer Taktfrequenz (2666MHz anstatt 2400MHz) hĂ€lt mit dem Launch von Coffee Lake Einzug. So können laufende Anwendungen noch schneller auf Daten im Arbeitsspeicher zugreifen. Die Verlustleistung sowohl des Intel Core i7-7700 als auch des i7-8700 betrĂ€gt 65W. Somit ist der Prozessor der 8. Generation nicht nur durch mehr Kerne und Threads leistungsstĂ€rker, sondern zusĂ€tzlich auch durch eine höhere Turbo-Taktfrequenz, einen grĂ¶ĂŸeren Cache-Speicher und eine schnellere Taktung der Arbeitsspeichermodule merklich effizienter im Betrieb – das System liefert eine wesentlich höhere Performance bei gleicher Verlustleistung.

Neben dem deutlichen Leistungsvorteil beim Wechsel auf die neue Prozessorgeneration können Nutzer auch weiterhin mit einem langen Produktlebenszyklus planen: Die Embedded-Varianten der 8. Generation der Intel Prozessoren werden ebenfalls bis zu 15 Jahre lang langzeitverfĂŒgbar sein – so kann die Total Cost of Ownership, ĂŒber einen mehrjĂ€hrigen Zeitraum betrachtet, gering gehalten werden, da bei den Anwendungen keine Software-Anpassungen aufgrund wechselnder Hardware-Komponenten fĂ€llig werden.

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Steigende Anforderungen industrieller Anwendungen verlangen zunehmend großformatige, leistungsstarke und intuitiv bedienbare HMIs

Durch den schnellen technologischen Fortschritt, nicht zuletzt bedingt durch das Internet of Things, steigen die Anforderungen an industrielle Anwendungen stetig. Auch der Mensch spielt dabei nach wie vor eine wichtige Rolle und damit folglich auch die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine – das Human-Machine-Interface. Um maximale Effizienz industrieller Anwendungen zu gewĂ€hrleisten, sind Eigenschaften des HMI, wie GrĂ¶ĂŸe, Rechenleistung und Multi-Touch-Bedienbarkeit von ausschlaggebender Bedeutung.

In vielen Bereichen der industriellen Hard- und Software zĂ€hlt der Grundsatz: „Der Consumer-Markt macht es vor, der industrielle Markt zieht mit“. Das gilt ganz Besonders im Bereich der Human Machine Interfaces (HMIs). Seit mehreren Jahren etablieren sich Touch Displays und Panel PCs mit kapazitivem Multitouch fĂŒr flexiblere und nutzerfreundlichere Bedienung. Nun greift der nĂ€chste Trend auf das industrielle Umfeld ĂŒber – durch die steigende Menge an Daten und höhere KomplexitĂ€t in der Prozessvisualisierung und Maschinensteuerung wĂ€chst der Bedarf nach Displays mit großen Bildschirmdiagonalen und hoher Auflösung. Sie sollen es ermöglichen, mehr unterschiedliche Daten und Bedienelemente ĂŒbersichtlich und gleichzeitig darzustellen und somit Prozesse in der Kommunikation von Mensch und Maschine zu verbessern.

Großformatige Displays und Panel PCs im Widescreen-Format ermöglichen dem Nutzer einen besseren Überblick – so lassen sich laufende Prozessvisualisierungen einer Maschine im industriellen Umfeld auch aus der Distanz gut beobachten. Die Kombination von großen Displayformaten mit einer hohen Auflösung ermöglicht es, mehrere Anwendungen und Prozesse gleichzeitig zu visualisieren. Der Nutzer ist nicht mehr gezwungen, zwischen einzelnen Anwendungen hin und her zu wechseln, sondern erhĂ€lt durch den ersten Blick auf den Monitor einen umfangreichen Eindruck ĂŒber die laufenden Anwendungsprozesse.

Im Gegensatz zum klassischen resistiven Touchscreen, bei welchem nur simple Touch-Gesten möglich sind, entstehen durch projiziert kapazitiven Multi-Touch neue Möglichkeiten bei der Interaktion mit dem HMI. Die Effizienz der Anwendung nimmt rasant zu, da das System mit Multi-Touch wesentlich einfacher bedient werden kann – das heißt mit zwei oder mehr Fingern und durch unterschiedliche Touch-Gesten. Die intuitiven Bedienmöglichkeiten der Multi-Touch-Technologie schaffen die Grundlage einer schnellen Lernkurve fĂŒr den Maschinenbediener und stellen in Kombination mit großformatigen Displays und hoher Auflösung somit schon nach kurzer Zeit eine Effizienzsteigerung der Anwendungen sicher.

InoNet bietet mit dem Panel PC Serie TPC-2000/5000 von Advantech eine Kombination aller wichtigen HMI-Eigenschaften an. Der modulare Aufbau der Systeme (Display und separate Computing-Unit) bietet grĂ¶ĂŸtmögliche FlexibilitĂ€t im Hinblick auf die passende Anwendung. Egal ob energieeffizienter Thin-Client, leistungsstarke Control-Panel mit Intel Core i Prozessor oder einfacher Monitor mit diversen Grafik-AnschlĂŒssen – die Module können mit Displays von 12“ bis zu 21,5“ kombiniert werden, um Ihre Anwendung ideal bedienen und ĂŒberwachen zu können; in KĂŒrze wird auch ein 24“ Display erhĂ€ltlich sein. Durch eine optionale, im Front Panel integrierte Antenne und einem optional erhĂ€ltlichen NFC Reader können die Panel PCs ohne zusĂ€tzliches Setup fĂŒr flexible Applikationen eingesetzt werden, bei denen drahtlose Kommunikation ĂŒber kurze oder lange Strecken erforderlich ist. Sobald eine neue Prozessorgeneration verfĂŒgbar ist, kann die Computing-Unit einfach problemlos ausgetauscht und das Display weiter genutzt werden – dadurch werden der Aufwand und auch gleichzeitig die Total Cost of Ownership minimal gehalten.

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Leistungsstarker Embedded PC Concepion-tXf-L mit Grafikkarte fĂŒr anspruchsvolle industrielle Anwendungen

Vor dem Hintergrund des Internet of Things (IoT) gewinnt neben der zentralen Rechenleistung in der Cloud auch die dezentrale, maschinennahe Rechenleistung im industriellen Umfeld immer mehr an Bedeutung. Mit der leistungsstarken Concepion-tXf-L bietet InoNet ein Embedded-System an, welches den hohen Anforderungen in industrieller Umgebung mehr als nur gerecht wird und sich dabei als Ă€ußerst flexibel erweist.

Im rauen Umfeld von industriellen Applikationen verschiedenster Branchen herrschen strikte Anforderungen an die eingesetzten Computersysteme. Besonders im Rahmen des maschinennahen Edge Computing spielt neben dem Einsatz industrieharter und langzeitverfĂŒgbarere Komponenten ein ausfallsicherer Dauerbetrieb eine ebenso große Rolle. Im IPC-Markt ist in den letzten Jahren ein Trend zu kleinen Embedded-Systemen und Box-Computern mit der Rechenleistung eines vollwertigen Industrie-PCs auf Serverniveau zu erkennen, wobei die oben genannten Aspekte bei der Entwicklung eines solchen Systems von elementarer Bedeutung sind. Speziell in den Bereichen der industriellen Automation und in der Bild- und Videoverarbeitung werden kompakte, leistungsstarke Embedded-PCs immer gefragter.
Aufgrund hoher Nachfrage fĂŒr kompakte Embedded-Systeme mit viel Rechenleistung und der Möglichkeit, eine leistungsfĂ€hige Grafikkarte einzusetzen, wurde der Industrie PC Concepion-tXf-L als Produktvariante der Concepion-tXf entwickelt. Die Herausforderung dabei: das Einsetzen einer langen PCIe-Erweiterungskarte in einem möglichst kompakten GehĂ€use, welches ein passendes KĂŒhlkonzept fĂŒr die entstehende AbwĂ€rme bei zusĂ€tzlicher Rechenleistung auf kleinstem Raum bietet.

Das Entwicklungsteam von InoNet realisierte nach diesen Vorgaben das neuste Modell der Concepion-Serie, die Concepion-tXf-L. Der kompakte Industriecomputer besteht aus einem hochwertigen StahlgehĂ€use mit den Maßen 215 x 131 x 297 mm, kann modular mit beliebigen Mainboards im mini-ITX Format bestĂŒckt werden und bietet dem Kunden damit höchstmögliche FlexibilitĂ€t im Hinblick auf die Einsatzmöglichkeiten des Systems. StandardmĂ€ĂŸig ausgestattet mit einem hoch performanten Intel Xeon D-1587 Prozessor (16 Kerne, 32 Threads) ist der kleine Embedded PC um mehr als 30% leistungsfĂ€higer als die kleinere Produktvariante Concepion-tXf und kann durch eine Riser-Card-Lösung zwei PCIe x8 Erweiterungskarten mit einer LĂ€nge von bis zu 255 mm aufnehmen. FĂŒr eine sichere Befestigung der Erweiterungskarten sorgen vier flexibel einstellbare Kartenniederhalter, mit denen sogar Full Height PCIe-Steckkarten, auch bei starken Vibrationen, ohne Probleme in Position gehalten werden können. DarĂŒber hinaus verfĂŒgt der Embedded PC fĂŒr das schnelle und einfache Wechseln von DatentrĂ€gern intern ĂŒber einen 2,5“ Laufwerksschacht und ĂŒber zwei extern zugĂ€ngliche 2,5“ Shuttles, angebracht unterhalb der ATX-Blende. Das GerĂ€t kann wahlweise durch ein leistungsstarkes Netzteil mit 160 Watt, Weitbereichseingang (6 – 34VDC) und verriegelbarem Neutrik-Stecker oder 120 Watt Netzteil mit 20VDC und Phönix-Klemmen-Anschluss versorgt werden. Start- und Reset-Taster sowie Status-LEDs des Embedded GerĂ€tes können je nach Kundenwunsch entweder front- oder rĂŒckseitig zugĂ€nglich installiert werden.

Ein großzĂŒgiges KĂŒhlkonzept, bestehend aus einem wechselbaren und wartungsfreundlichen LĂŒftermodul mit zwei hochwertigen 80mm AxiallĂŒftern (80.000h MTBF) und optional erhĂ€ltlicher Luftfilterkassette, sorgt dafĂŒr, dass die AbwĂ€rme ideal aus dem GehĂ€useinneren nach außen abtransportiert wird. Die LĂŒfter lassen sich zusĂ€tzlich ĂŒber das Mainboard regeln, um die Luftzirkulation je nach Bedarf und Anwendung an die industriellen Umgebungsbedingungen anzupassen.

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Inbetriebnahme von digitaler Fluganzeigetafel am Flughafen Stuttgart mit 27 Full HD-Displays

Der MĂŒnchener Industrie-PC-Hersteller InoNet Computer GmbH hat am Flughafen Stuttgart ein neues Flight Information Display System (FIDS) als Generalunternehmer realisiert. FĂŒr die Umhausung und TrĂ€gerkonstruktion zeichnet sich die hĂ€wa GmbH aus Wain verantwortlich.

Austausch der bestehenden Fallblatt-Tafel

Der Flughafen Stuttgart, mit rund 11 Millionen FluggÀsten pro Jahr einer der zehn meistfrequentierten FlughÀfen Deutschlands, setzte bis dato eine Fallblatt-Tafel zur Anzeige der Fluginformationen ein. Zur flexibleren Darstellung aktueller Reiseinformationen und besseren Lesbarkeit der Inhalte wurde nun im MÀrz 2018 eine FIDS-Videowall am Flughafen in Betrieb genommen.

Besonderes Augenmerk wurde bei der modernen Video Wall auf einfache Wartung und Instandhaltung aller Komponenten gelegt. So sind die drei leistungsstarken MagniusÂź Video Wall Controller von InoNet sowie sĂ€mtliche Elektronik in einem abschließbaren Rechnerschrank verbaut, der an einer Empore ĂŒber der Video Wall montiert und somit leicht zugĂ€nglich ist. Die Displays selbst sind an ausziehbaren Monitorhalterungen befestigt, die im Wartungsfall einen einfachen Austausch einzelner Displays ermöglichen.

Die InoNet Computer GmbH war als Generalunternehmer neben der Bereitstellung der geeigneten PC-Technik auch fĂŒr das Gesamtkonzept der Videowall und TrĂ€gerkonstruktion verantwortlich. Die Firma hĂ€wa, einer der fĂŒhrenden Hersteller von Schrank- und GehĂ€usesystemen, entwickelte das Design der TrĂ€gerkonstruktion, der seitlich geschlossenen Umhausungen der Displays und des Rechnerschrankes.

Hochauflösende und flexible Darstellung

Die FIDS-Videowall am Flughafen Stuttgart ist in drei Teilkonstruktionen mit jeweils neun Displays unterteilt. Jede der drei 9er-WĂ€nde wird von je einem MagniusÂź Video Wall Controller angesteuert, der mit einem leistungsstarken Intel XEON Prozessor und drei PNY NVIDIA Quadro P600 Grafikkarten ausgestattet ist. Somit zeigt jeder der drei Rechner eine durchgĂ€ngige Darstellung von 9x Full HD (5,760 x 3.240 Pixel) an. Der InoNet PC basiert auf langzeitverfĂŒgbaren industriellen Komponenten und bietet somit neben hoher ZuverlĂ€ssigkeit auch im Wartungsfall Planungssicherheit ĂŒber einen langen Zeitraum.

Die eingesetzten NEC-Displays vom Typ MultiSyncÂź x464UNS-2 verfĂŒgen ĂŒber einen besonders schmalen Rahmen, der an der breitesten Stelle lediglich 2,3 Millimeter misst. So entsteht fĂŒr den Betrachter eine lĂŒckenlose Darstellung der Inhalte ĂŒber die gesamte Video Wall. Die Displays sind fĂŒr den kommerziellen 24/7-Betrieb ausgelegt und laufen somit auch im Dauerbetrieb zuverlĂ€ssig und wartungsarm.

Endmontage in fĂŒnf NĂ€chten

Um eine kurze und reibungslose Montage der Video Wall am Flughafen zu gewĂ€hrleisten, wurde die Vormontage der gesamten TrĂ€gerkonstruktion bei der Otto Schimscha Metallbau GmbH durchgefĂŒhrt. Die Endmontage der Fluganzeige inklusive AufhĂ€ngung der TrĂ€gerteile, EinhĂ€ngen der Displays sowie Kalibrierung und Inbetriebnahme wurde dann in fĂŒnf Nachtschichten am Flughafen durchgefĂŒhrt, um den Betrieb am Flughafen nicht zu beeintrĂ€chtigen.

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Fachartikel – Meltdown & Spectre: Die Gefahren fĂŒr Rechnersysteme im industriellen Einsatz

Als im Januar 2018 die CPU-Angriffsszenarien Meltdown und Spectre an die Öffentlichkeit gelangten, war die Aufregung zunĂ€chst groß. WĂ€hrend unterschiedlichste Schreckensszenarien allerorts zu lesen waren, wussten die wenigsten Anwender um die konkreten Bedrohungen fĂŒr ihre industrielle Anwendung. Dieser Artikel soll Klarheit darĂŒber schaffen, wie ernstzunehmend die Sicherheitsbedrohungen in der Industrie sind und welche Maßnahmen von Unternehmen zum Schutz ihrer Infrastruktur getroffen werden sollten.

Worum es genau geht

Bei Meltdown und Spectre handelt es sich um sogenannte Seitenkanal-Attacken, die es einer entsprechenden Schadsoftware ermöglichen, Zug um Zug Daten von anderen Anwendungen vom Cache einer CPU auszulesen.

Die Meltdown-Attacke macht sich dabei sogenannte Out of Order-Prozesse zunutze: Prozessoren sortieren ArbeitsablÀufe in neuer Reihenfolge, um Zeit zu sparen, wenn komplexere Aufgaben noch im RAM verarbeitet werden. Einzelne Arbeitsschritte werden dazu im Cache der CPU zwischengespeichert. An dieser Stelle sind die Daten verwundbar und können aus dem CPU-Cache ausgelesen werden.

Bei Spectre handelt es sich um ein Angriffsszenario, das die spekulative AusfĂŒhrung (speculative execution) von CPUs nutzt: Ein entsprechender Prozessor fĂŒhrt Befehle spekulativ aus, die er noch nicht erhalten hat, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass diese Befehle ohnehin in KĂŒrze folgen wĂŒrden. Dadurch können Daten in die Caches gelangen, die nicht zum eigentlichen Prozess gehören. In diesem Sinne können Daten aus dem Cache ausgelesen werden, die eigentlich nichts mit dem aktuellen Vorgang zu tun haben.

Somit ist grundsĂ€tzlich ist jeder PC, Notebook oder mobiles EndgerĂ€t von den SicherheitslĂŒcken betroffen, dessen CPU Out of Order-Prozesse (Meltdown) oder spekulative AusfĂŒhrung (Spectre) nutzt. Bestimmte einfachere Prozessoren, die beispielsweise in Raspberry Pi-Systemen eingesetzt werden, sind von dieser Art von Seitenkanal-Attacken nicht betroffen.

Um die SicherheitslĂŒcken auszunutzen, ist jedoch der Einsatz einer Schadsoftware nötig, die auf den Prozessortyp des attackierten Systems angepasst ist. Sprich, ohne einem entsprechenden Programm auf dem betroffenen System können die SicherheitslĂŒcken gar nicht erst ausgenutzt werden. Eine solche Schadsoftware kann entweder – wie jede andere Malware – ĂŒber unvorsichtiges Verhalten im Internet auf das System gelangen, oder physisch am System aufgespielt werden.

Im Falle industrieller PCs gelten hier jedoch andere Bedingungen als bei privaten Systemen. Auf Rechnern in der Produktion werden in der Regel keine unautorisierten Programme installiert oder dubiose Emails geöffnet, um sich entsprechende Schadsoftware einzufangen. Viele unserer Kunden bestellen bei uns kundenspezifische Systemeinstellungen. Damit schĂŒtzen wir die Systeme unter anderem auch vor physischer Sabotage, indem die USB Ports unserer PCs nur den Anschluss von Maus und Tastatur zulassen. Externe SpeichergerĂ€te werden nicht erkannt, wodurch ein Aufspielen von Schadsoftware von einem USB-Stick vor Ort von vornherein nicht möglich ist.

Welche industriellen PC-Systeme besonders gefÀhrdet sind

Um die CPU-SicherheitslĂŒcken ausnutzen zu können, muss ein Angreifer Schadsoftware auf dem betroffenen System ausfĂŒhren. In vielen Embedded Systemen oder Routern ist die LĂŒcke deshalb unkritisch, da hier fast nie neuer Code geladen wird. Beim Grad der GefĂ€hrdung nehmen wir bei InoNet deshalb eine Abstufung nach Art und ZugĂ€nglichkeit der Systeme vor:

Server-Systeme sind in der Regel dauerhaft mit dem Internet verbunden und haben Verbindungen zu vielen weiteren Clients. Allerdings werden sie im Normalfall nicht direkt von einem Benutzer bedient, der – absichtlich oder unabsichtlich – Schadsoftware auf das System laden kann. Die Sicherung des Systems muss also vor allem auf virtueller Ebene erfolgen.

Workstations haben in den meisten FÀllen nur wenige Verbindungen und sind oft nur in einem internen Netzwerk eingebunden, werden aber meist direkt vom Benutzer bedient. Die Gefahr liegt hier also primÀr in der physischen Manipulation.

Embedded-Systeme sind in der Regel gar nicht von außen zugĂ€nglich, da sie innerhalb ihrer Applikation verbaut sind, und werden auch meistens nicht direkt von einem Benutzer bedient. Hier sehen wir die geringste Gefahr vor Manipulationen oder externen GefĂ€hrdungen.

Welche Gefahren bestehen?

Software-Programme fĂŒhren unterschiedliche Befehle parallel aus und nutzen hierfĂŒr auf PCs unterschiedliche Speicherbereiche. Ein eigentliches Performance-Feature zur Steigerung der Verarbeitungsgeschwindigkeit wird nun zur SicherheitslĂŒcke namens Branch Target Injection oder Bounds Check Bypass. Der Speicherschutz, also der Schutz, der Speicherbereiche voneinander trennt, wird bei den SicherheitslĂŒcken ausgehebelt. Dadurch können Daten durch entsprechende Schadsoftware ausgelesen werden, auch wenn diese einem anderen Speicherort zugewiesen sind. Prozessoren beinhalten diese SicherheitslĂŒcke, um eine performantere Arbeitsweise zu erreichen, beispielsweise fĂŒr Copy-Paste VorgĂ€nge zwischen unterschiedlichen Programmen.

Zug um Zug können so Adressbereiche und konkrete Informationen aus den Caches von Prozessoren ausgelesen werden.

Das Risiko der SicherheitslĂŒcken ist dabei schwer abschĂ€tzbar. Zum einen sind die Angriffe von Meltdown und Spectre auf die SicherheitslĂŒcken schwer zu implementieren und noch schwerer zielgerichtet durchzufĂŒhren. Zum anderen hĂ€ngt die Vorgehensweise in den meisten FĂ€llen auch vom exakten Prozessortyp ab und ist nicht universell einsetzbar, da unterschiedliche Prozessoren verschiedene Arbeitsweisen beim Caching von Daten verwenden.

Allerdings kann die Gefahr im Laufe der Zeit ansteigen, wenn auf einen spezifischen Prozessortyp angepasste Schadsoftwares in den Umlauf gelangen. Aktuell sind noch keine konkreten Angriffe bekannt, das Risiko wird aber als durchaus real eingestuft. Allerdings ist es nach aktuellem Wissensstand noch nicht möglich, gezielt zusammenhÀngende Daten aus dem CPU-Cache auszulesen, sondern lediglich Datenfragmente.

Updates zum Schutz der Systeme

Bei vielen InoNet-Kunden sind automatische Updates ab Werk unterbunden – das Stichwort heißt hier Revisionsgleichheit. So wird sichergestellt, dass ein Rechnersystem, das ĂŒber viele Jahre hinweg in einer Anwendung eingesetzt wird, mit jeder Lieferung exakt die gleiche Hard- und Software-Konfiguration behĂ€lt und somit zuverlĂ€ssig innerhalb der jeweiligen Applikation funktionieren wird. Unternehmen, die unsere Rechner einsetzen, mĂŒssen also fĂŒr sich abschĂ€tzen, ob fĂŒr ihre Anwendung eine reelle Gefahr durch externe EinflĂŒsse besteht, oder sogar ob ein Update aufgrund von Sicherheitsbedenken die FunktionalitĂ€t ihrer Anlage beeintrĂ€chtigen kann. Wir richten unser Handeln an den Kundenanforderungen aus.

Bei Systemen mit Windows 10 ist allerdings zu beachten, dass sich automatische Updates nicht außer Kraft setzen lassen und unweigerlich durchgefĂŒhrt werden, sobald die Systeme Zugang zum Internet haben.

Werden die Rechnersysteme durch das Update langsamer?

Die SicherheitslĂŒcken machen sich jeweils Performance-Optimierungen von CPUs zunutze, nĂ€mlich die zuvor erwĂ€hnten Out of Order-Prozesse sowie die spekulative AusfĂŒhrung. Um die besagten SicherheitslĂŒcke zu schließen, werden diese FunktionalitĂ€ten bei Updates eingeschrĂ€nkt.

Wie stark die Performance-Einbußen ins Gewicht fallen, hĂ€ngt maßgeblich von der jeweils laufenden Software sowie der Hardware-Konfiguration eines Systems ab. Besonders bei hoch performanten SSDs rechnen Experten mit stĂ€rkeren Einbußen. Diese Einbußen werden sich in der Praxis beweisen mĂŒssen, da diese je nach Anwendungsfall unterschiedlich stark ins Gewicht fallen können. Höhere Latenzzeiten in der Datenverarbeitung können durchaus zum Ausfall der gesamten Anwendung fĂŒhren. In jedem Fall sollten Anwender nie auf Sicherheits-Updates verzichten, um Performance-Einbußen zu vermeiden.

Was können Anwender tun?

Als Erstes sollte fĂŒr den Rechner und seine Anwendung eine Risikobeurteilung zur Möglichkeit des Einbringens von Schadsoftware erstellt werden. Besonders relevant sind hier das Einspielen von Treibern z.B. von Grafikkarten, die Verwendung von Browsern aller Art fĂŒr Zugriffe nach extern, Zugriffe nach extern fĂŒr Softwareupdates mit JavaScript Elementen und alle Betriebssystemupdates. Kann ein externer Einfluss fĂŒr die Vergangenheit und die Zukunft ausgeschlossen werden, braucht der Anwender nichts weiter zu tun. Dies trifft auf ĂŒber 60% der von InoNet ausgelieferten GerĂ€te in ihrer Anwendung zu. Bei InoNet verlĂ€sst jeder Rechner in einem eindeutig definierten Zustand die Fertigung. Sowohl seine Hardware- als auch die Softwarekonfigurationen sind chargen- und revisionsĂŒberwacht, das Netzwerk in der Fertigung der GerĂ€te von InoNet ist autark und vom Internet getrennt. Damit ist ein versehentliches Aufspielen von Schadsoftware unterbunden. Ebenso werden die Testwerkzeuge, die erzeugten Images und jeder ausgelieferte Rechner bei InoNet ab Werk einem Virenscan und einer PrĂŒfung auf Schadsoftware unterzogen.

Schutz bieten grundsĂ€tzlich Updates des Mikrocodes der Prozessoren ĂŒber BIOS-Updates oder Betriebssystem-Patches, sowie Updates von Programmen, die kritische Informationen enthalten. Neben den bereitgestellten Updates auf Betriebssystem-Ebene sollten also unbedingt vor allem die Programme auf Software-Updates geprĂŒft werden, die Mikrocode ausfĂŒhren oder sensible Informationen verarbeiten, etwa Passwort-Bibliotheken oder Programme, die geschĂ€ftsrelevante Daten enthalten.

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